Geschichte des Schlosses

Das Schloss Bojnice gehört zu den ältesten und wichtigsten Sehenswürdigkeiten in der Slowakei. Das Schloss wurde auf einem Travertinfelsen gebaut. Die erste schriftliche Urkunde über seine Existenz stammt aus dem Jahr 1113 in der Urkunde der Zobor Abtei.

Ursprünglich war es eine Holzburg und wurde auf einem älteren Burgwall gebaut. Im Laufe des 13. Jahrhunderts wurde die Burg aus Stein gebaut, in Besitz der Familie Poznan.

Ende des 13. Jahrhunderts wurde Bojnice von dem ungarischen Großherzog Matúš Cák Trenciansky erobert und Bojnice blieb in seinem Besitz bis 1321. Danach haben im Laufe des 14. und 15. Jahrhunderts mehrere Burgbesitzer gewechselt, die Adelsfamilien Gileth, Leustach und Noffry.

Im Jahre 1489 hat der König Matej Korvin die Burg und die Stadt Bojnice seinem unehelichen Sohn Jan Korvin geschenkt. Nachdem der König gestorben war, hat die Armee von Zapolsky die Burg erobert, die sie dann bis 1526 bewohnte. Im Jahre 1527 schenkte der König Ferdinand I. die Burg an Alexej Thurzo. Thurzo hat die Burg renoviert und zu einer Renaissanceburg umgebaut.

Nachdem die Familie Thurzo ausgestorben war (im Jahre 1636), fiel das Schloss wieder der Krone zu. Ein Jahr später, im Jahr 1637 verkaufte der Kaiser Ferdinand III. die Burg Bojnice an Pavol Palffy für 200.000 Goldene Münzen. Im Jahre 1643 bekam die Familie Palffy die Herrschaft Bojnice und die Burg als Familienerbschaft. In Bojnice begann man wieder mit dem Umbauen. Die Burg bekam Barockform. Die Bauaktivität hat erst Ende des 17. Jahrhunderts aufgehört. Im Laufe des

18. und 19. Jahrhunderts wurde das Schloss Bojnice nicht mehr umgebaut. Nach einer längeren Zeit Stagnation hat im Jahre 1852 der letzte Adelbesitzer Graf Jan František Palffy die Burg bekommen. Graf Palffy ließ die Burg in ein romantisches Schloss umbauen. Als Vorbild dienten die französischen gotischen Burgen aus dem Loire Tal, so wie das Papst Palast in Avignon, gotische Burgen in Tirol und italienische Renaissancearchitektur.
Der Architekt dieses neogotischen Umbaus war Jozef Hubert. Graf Palffy hatte selbst die Pläne gezeichnet und hatte auch die Bauarbeiten geleitet. Dieser letzte Umbau dauerte 22 Jahre (1889 – 1910).

Graf Palffy erlebte seine Fertigstellung nicht mehr, er starb am 2. Juni 1908 in Wien. Er war nie verheiratet und hatte deswegen auch keine Erben.

Schon im Testament hatte Graf Palffy den Wunsch geäußert, dass seine Paläste in Wien und Budapest, das Schloss Bojnice und Králová für die Öffentlichkeit erschlossen werden. Kurz nach seinem Tod begannen heftige Streitigkeiten um sein Erbe in seiner Familie.

Im Jahre 1939 hat das Schloss die Firma Bata gekauft. Nach dem 2. Weltkrieg fiel der ganze Besitz laut der Beneš Dekrete dem Staat zu. Das heutige Museum ist ein Bestandteil des slo-wakischen Nationalmuseums. Im Jahre 1950 wurde das Schloss als Bezirksmuseum Nitra eingerichtet.